Neuer Steuer-Hammer? 2 wichtige Änderungen für Anleger!
Shownotes
Im Jahressteuergesetz 2024 finden sich zwei wichtige steuerliche Änderungen, die Anleger betreffen. Eine Anpassung ist positiv und betrifft das Verlustverrechnungsverbot. Die andere ist negativ in Form einer Verschärfung der Wegzugsbesteuerung bei ETF-Anlegern.
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Ein wichtiger abschließender Hinweis: Aus rechtlichen Gründen darf ich keine individuelle Einzelberatung geben. Meine geäußerte Meinung stellt keinerlei Aufforderung zum Handeln dar. Sie ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert: -
Transkript anzeigen
00:00:00: Heute geht es über zwei wichtige Steueränderungen, wovon eine sich zu einem wahren Steuerhammer
00:00:15: entwickeln kann.
00:00:16: Alle Details gibt's jetzt.
00:00:19: Hallo liebe Hellinvestierten.
00:00:28: Schön, dass ihr wieder dabei seid bei einer neuen Ausgabe meines Podcasts.
00:00:32: Alle Jahre wieder kommt das Jahressteuergesetz.
00:00:36: Regelmäßige Hörer von euch wissen, dass ich erst in der vorletzten Ausgabe über steuerliche
00:00:41: Änderungen im Immobilienbereich berichtet hatte.
00:00:44: Da ging es damals für alle diejenigen, die die Folge verpasst haben.
00:00:48: Aber falls es für euch von Interesse ist, hört da gerne mal rein.
00:00:51: Da geht es um die sogenannte Beschränkung von Restwertgutachten bei Immobilien.
00:00:57: Es gibt doch einige, die sich dieses legale Steuer-Schlupfloch, nennen wir mal diese legale
00:01:02: Steueroptimierung, zu Nutze machen.
00:01:04: Und da ist der Gesetzgeber zumindest dran, dass er hier einen Riegel vorschieben könnte
00:01:10: bzw. auch dieses Schlupfloch deutlich unattraktiver gestaltet.
00:01:16: Das ist allerdings mal aus dem Immobilienbereich.
00:01:19: Heute möchte ich mit euch über zwei Änderungen sprechen, die vor allem Anleger betreffen.
00:01:25: Wir haben eine positive Änderung und eine negative.
00:01:28: Fangen wir mal an mit der positiven.
00:01:30: Ihr erinnert euch vielleicht noch an das Jahr 2020.
00:01:34: Damals wurde die sogenannte Verlustverrechnungsbeschränkung eingeführt.
00:01:39: Olaf Scholz war zu der Zeit noch Finanzminister.
00:01:42: Und die Verlustverrechnungsbeschränkung bzw. das Verlustverrechnungsverbot damals galt
00:01:48: für die Vergangenheitsform, weil diese ganze Geschichte jetzt in Kürze abgeschafft werden
00:01:55: wird.
00:01:56: Das heißt, mit Stand oder mit Beginn des nächsten Jahres dürfte das alles vom Tisch sein.
00:02:00: Und dieses Verlustverrechnungsverbot galt für Derdivate.
00:02:03: Also CFDs, Futures, nicht für Zertifikate.
00:02:07: Da hat die Bankenlobby, muss man mit einem Augenzwing kann sagen, ganz gut lobbyiert und
00:02:11: gearbeitet.
00:02:12: Aber wenn ihr CFDs handelt oder Futures handelt, dann ist es aufgrund dieses Verlustverrechnungsverbotes
00:02:18: so, dass am Ende eines Jahres, also wenn dann abgerechnet wird, zwei Töpfe gemacht werden.
00:02:24: Das heißt, man schaut, wie viel Geld, nehmen wir mal das Beispiel eines CFD-Traders, wie
00:02:28: viel Geld wurde mit den CFD positiv oder plus Transaktionen erwirtschaftet und wie viel
00:02:34: wurde verloren mit den Verlusten.
00:02:36: Das wird also genau aufgerechnet.
00:02:38: Wie viele Trades habt ihr im Plus geschlossen und wie viele im Minus?
00:02:41: Und angenommen, am Ende des Jahres kommt raus, ihr habt 30.000 Euro auf der Gewinnerseite
00:02:46: und ihr habt 50.000 Euro auf der Verlustseite.
00:02:49: Dann Summa Summarum unterm Strich netto minus 20.000 Euro, also ihr habt verloren, Geld
00:02:55: verloren.
00:02:56: Jetzt ist es allerdings so, dass der Gesetzgeber sagt, nein, so einfach machen wir es uns
00:03:01: nicht, sondern der Gesetzgeber rechnet auf, 30.000 habt ihr gewonnen, 50.000 habt ihr
00:03:06: verloren und von den 50.000, die ihr verloren habt, dürft ihr aber nur maximal 20.000 gegen
00:03:12: die Gewinner rechnen.
00:03:13: Das heißt, obwohl ihr netto unter dem Strich 20.000 Euro verloren habt, sagt der Gesetzgeber,
00:03:18: ihr habt 30.000 an Gewinner Transaktionen, 20.000 dürft ihr maximal von den Verlierern
00:03:23: dagegen rechnen, Ergo habt ihr 10.000 aus Sicht des Gesetzgebers an Gewinnen gemacht und
00:03:28: auf diese 10.000 möchte der Gesetzgeber natürlich dann auch entsprechend die Abgeltungssteuer
00:03:32: und natürlich noch den Soli und eventuelle Kirchensteuer.
00:03:35: Also ihr merkt schon, obwohl ihr 20.000 Euro verloren habt, sollt ihr noch um die fast
00:03:39: 3.000 Euro an Steuern hier bezahlen.
00:03:42: Das ist natürlich etwas, was hochgradig ungerecht ist, auch hochgradig.
00:03:46: Also ich kann mir nicht erklären, wie man so ein Gesetz wirklich überhaupt einführen
00:03:49: konnte, aber da muss man ganz klar sagen, dass hier natürlich ja irgendwie die Interessen
00:03:55: im Vordergrund waren, dass man gesagt hat, naja, diese Derivate und wer da an der Börse
00:03:59: zockt, das gefällt uns nicht und hat dann so eine unfaire gesetzliche Regelung eingeführt.
00:04:04: Und da hat sich in der Vergangenheit jetzt schon immer wieder abgezeichnet, dass die
00:04:08: gewisse Gerichte das anders gesehen haben.
00:04:11: Das heißt, wir hatten teilweise auch Fälle von Leuten, die sechstellige Beträge an Steuern
00:04:16: zahlen sollten, obwohl sie gar keinen Gewinn in der Höhe gemacht haben oder sogar Verluste.
00:04:20: Und da haben Gerichte also schon immer wieder durchblicken lassen, dass sie diese Gesetzgebung
00:04:25: oder diese steuerliche Gesetzgebung für nicht richtig erachten.
00:04:29: Und jetzt im Jahr des Steuergesetzes wird es also zumindest so sein, dass ab 2025 das
00:04:34: alles gekippt wird.
00:04:35: Das heißt, ein großes Aufatmen unter denen, die hier auch mit speziellen Derivaten am
00:04:39: Markt unterwegs sind.
00:04:40: Und es ist natürlich auch etwas, was sich eh abgezeichnet hätte, dass die Gerichte das
00:04:44: früher oder später komplett kassiert hätten.
00:04:46: Das ist also positiv, dass hier diese Verkomplizierung und diese Ungerechtigkeit auch wegfällt.
00:04:52: Negativ, allerdings, wenn man ins Jahr des Steuergesetzes reinschaut, fällt auf, dass
00:04:57: die Wegzugsbesteuerung verschärft wird.
00:05:00: Wegzugsbesteuerung, das ist für Leute, die ein Unternehmen in der Regel gegründet haben,
00:05:06: also Unternehmer, auch so wie ich, um die da dann zu hindern, Deutschland zu verlassen.
00:05:11: Also der Gesetzgeber sagt dann, okay, wenn ich beispielsweise sagen würde, ich ziehe
00:05:14: Sie ist komplett weg, aus Deutschland.
00:05:17: Steuern zahlen müsste, dann wird einfach das Unternehmen, was ich besitze, bewertet.
00:05:22: Da stellt das Finanzamt einen Wert fest und dann wird einfach unterstellt, dass auf Grund
00:05:26: des Zuzugs, dass wir ein Verkauf behandelt wird, was es ja de facto nicht ist, weil ich
00:05:30: das Unternehmen ja gar nicht verkauft habe.
00:05:31: Aber das Finanzamt würde sagen, okay, wir stellen das oder wir stellen es rechtlich
00:05:34: so hin, wie wenn du das Unternehmen verkauft hättest und möchten da jetzt also entsprechend
00:05:38: auf den Wert, den wir festgestellt haben, die Steuer, die wir auch bekommen hätten,
00:05:43: wenn du wirklich oder tatsächlich verkauft hättest.
00:05:46: Problem dieser Wechselgesteuerung ist natürlich, das ist wie eine Kette, weil man hat das Unternehmen
00:05:49: nicht verkauft, man hat keine Liquidität erhalten, die zugeflossen ist und deswegen
00:05:53: hat man natürlich ein problemes Steuer zu bezahlen, die auf etwas erhoben wird, wo es
00:05:57: gar kein Liquiditätszufluss gab.
00:05:59: Und diese Wechselgesteuerung wurde jetzt erweitert in den Bereich der ETFs rein.
00:06:06: Und das steht also auch im Jahr des Steuergesetzes, dass ab 2025 für diejenigen, die Deutschland
00:06:12: verlassen möchten.
00:06:14: Egal jetzt ob Unternehmer oder Arbeitnehmer oder sonst wer, dass diejenigen eine Wegzugsbesteuerung
00:06:19: bezahlen müssen, so von der Einstandswert eines ETFs bei 500.000 Euro oder auch mehr
00:06:28: liegt.
00:06:29: Und das ist natürlich interessant, weil man jetzt versucht, also im Vorbereich, im Investment-Vorbereich,
00:06:36: auch im ETF-Bereich natürlich hier eine Art Kette anzulegen, dass die Leute das Land
00:06:43: natürlich nur noch erschwert verlassen können.
00:06:45: Also das finde ich schon eine interessante Verschärfung.
00:06:48: Ich kann mir denken, ich habe mich mal in das Thema wirklich rein gedacht, dass es daher
00:06:52: rührt, dass man in erster Linie jetzt erstmal versucht, dass Leute ihr Unternehmen oder in
00:06:57: der Unternehmensanteile nicht in eine Art Vorstruktur verpacken können und dann das Land einfacher
00:07:02: verlassen als früher, sondern dass man da also einen Riegel vorschiebt, der natürlich
00:07:06: aber immer weiter im Sinne dann auch die betrifft, die also großes Vermögen in ETFs
00:07:10: haben.
00:07:11: Das ist natürlich einige, die da, wenn man mal über einige Jahrzehnte spart, auch einen
00:07:15: gewissen Betrag anspart oder auch mal erbt und dann Geld anlegt, dass da also schon mal
00:07:20: Anschaffungskosten von 500.000 Euro oder mehr in einem ETF zusammenkommen können.
00:07:24: Das ist jetzt für den Moment sicherlich etwas, was die meisten nicht betrifft.
00:07:28: Aber ihr kennt ja meine Meinung dazu, dass immer relativ hohe Hürden eingeführt werden,
00:07:34: um die dann später pö-a-pö nach unten anzupassen.
00:07:37: Also diese 500.000 Euro, wer sagt uns, dass die in 10 Jahren nicht bei 100.000 Euro liegen
00:07:41: oder bei 50.
00:07:42: Und da ist es zumindest allerdings so im Gegensatz zur Wegzugsbesteuerung bei einem Unternehmen,
00:07:48: wo man keine Liquidität erhalten hat für diesen fiktiven Verkauf, dass man ja theoretisch
00:07:52: dann Anteile relativ schnell an der Börse verkaufen kann, um dann entsprechend die Steuer
00:07:57: zu bezahlen.
00:07:58: Also das heißt, man kann hier die Liquidität relativ schnell schaffen.
00:08:00: Aber ich finde es trotzdem interessant, dass jetzt hier wirklich in diese Richtung gedacht
00:08:05: wird, dass jetzt auch da die ganzen Forstmitdrens sind und dass das natürlich dann früher
00:08:09: oder später schon zu einem Problem werden kann, wenn diese Hürde einfach nach unten
00:08:13: weiterhin herabgesetzt wird.
00:08:15: Und das, ich erzähle euch nichts Neues, wisst ihr natürlich, denn der Staat hat leere Kassen,
00:08:21: Geld wird immer wieder gebraucht und wenn man natürlich zukünftig versucht, Leute
00:08:24: daran zu hindern, gerade diejenigen, die ja Kapital haben, das Land zu verlassen, mit
00:08:28: einer Verschärfung der Wegzugsbesteuerung, dann ist das natürlich ein Schritt in diese
00:08:31: Richtung.
00:08:32: Momentan ist es allerdings so, wer da betroffen wäre, der kann natürlich noch reagieren.
00:08:36: Das heißt, es geht wie gesagt um den Einstandspreis des ETFs.
00:08:40: Wenn dieser ETF beispielsweise einen Wert von oder die Positionen wert hat von 1 Million
00:08:44: Euro, aber ihr habt die mal gekauft für 400.000 Euro und die restlichen 600.000 sind Kursgewinne,
00:08:49: dann seid ihr nicht betroffen.
00:08:50: Das heißt, es muss schon das Geld, was ihr ursprünglich investiert habt in den ETF,
00:08:55: muss bei 500.000 Euro oder mehr liegen.
00:08:57: Wenn ihr dabei 498.000 aufhört und dann sagt, ich lass die Position laufen, habt ihr kein
00:09:02: Problem, zumindest so lange die Hürde nicht nach unten angepasst wird.
00:09:05: Ergo, wer jetzt hier betroffen ist, der kann natürlich so eine Position erstmal zu Teilen
00:09:11: auflösen, den Einstandspreis nach unten drücken, dann fallen aber natürlich auch Steuern an.
00:09:15: Aber damit man hier sich noch ein bisschen breiter aufstehen kann, kann man ja überlegen,
00:09:19: wenn man in dieses Problemfeld reinrutschen sollte, ob man nicht mehrere ETFs kauft,
00:09:23: es gibt ja genug Angebot am Markt.
00:09:25: Oder ob man dann, wenn das auch nicht reichen sollte, natürlich in Aktien reingeht.
00:09:30: Da ist momentan noch keine Hürde drin.
00:09:32: Das heißt, eigentlich ist eine Hürde drin, wenn man mehr als ein Prozent der Aktien einer
00:09:36: Aktiengesellschaft hält, dann ist man in dieser Wechselbesteuerung mit drinnen.
00:09:39: Aber jetzt nehmen wir mal die großen Werte, werden breit aufgestelltes Aktienportfolio
00:09:43: besitzt, der kann natürlich breit streuen.
00:09:45: Hätte es so gesehen auch kein Problem, also wer eine Million in Apple Aktien hat, da ist
00:09:48: es anders gelagert, als wenn man eine Million Euro in einem MSI World hätte.
00:09:52: Beim MSI World mit einer Million, werdet ihr Wechselbesteuerung gegeben, bei einer Million
00:09:55: Euro in Apple Aktien zum Beispiel nicht.
00:09:58: Also das mal für euch als wichtige Information, was sich steuerlich ändert.
00:10:02: Es müssen jetzt noch ein paar, ja die Länder müssen jetzt aktuell noch zustimmen, aber
00:10:05: da dürfte es keinen Widerstand geben und dann wird das auch ab 2025 gelten.
00:10:09: Das heißt, noch ist Zeit, dass man da noch ein bisschen planen kann, optimieren kann,
00:10:13: aber da wird wahrscheinlich jetzt keine Gegenstimme auftreten.
00:10:16: Das heißt, ab 2025 sehen wir hier auch eben im Investmentvorbereich eine Verschärfung
00:10:20: der Wechselbesteuerung.
00:10:21: Und dann darf ich mich von euch verabschieden.
00:10:23: Ich bin Sebastian Hell, ihr hört mich wieder in der nächsten Ausgabe und bis dann.
00:10:26: [Musik]
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