Die größte unterschätzte Gefahr für 2025!
Shownotes
Wirtschaftlich und markttechnisch läuft derzeit alles gut. Doch viele unterschätzen eine Gefahr, die 2025 wiederkommen könnte. Welche das ist und warum sie für uns Anleger eine Bedeutung hat, darüber spreche ich heute.
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Ein wichtiger abschließender Hinweis: Aus rechtlichen Gründen darf ich keine individuelle Einzelberatung geben. Meine geäußerte Meinung stellt keinerlei Aufforderung zum Handeln dar. Sie ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert: -
Transkript anzeigen
00:00:00: Die größte unterschätzte Gefahr für 2025. Darum soll es heute gehen.
00:00:12: Hallo liebe Hell Investierten, schön, dass ihr wieder dabei seid bei einer neuen Ausgabe
00:00:24: meines Podcasts und heute sinieren wir mal über das kommende Jahr. Es sind ja nur noch
00:00:30: wenige Wochen überschlagsweise so knapp zehn Wochen. Dann ist das laufende Jahr schon vorbei
00:00:36: und da macht es natürlich Sinn, dass man so langsam mal die gedanklichen Fühler ausstreckt
00:00:42: und nachdenkt, was denn so im nächsten Jahr auf uns als Geldanleger zukommen könnte.
00:00:47: Und da habe ich bei meinen Recherchearbeiten und auch bei meinen Gesprächen, die ich natürlich
00:00:55: mit Leuten führe, ein Problem auserkoren, was mittlerweile ganz, ganz wenigen nur noch
00:01:02: auf dem Radar haben. Und das ist das Interessante, weil dieses Problem wird eigentlich überdeckt
00:01:08: dadurch, dass alles momentan positiv läuft. Also wenn ihr mal zurück denkt, letztes Jahr,
00:01:15: auch ein Jahr zuvor, es wurde ja immer angenommen, egal ob jetzt von Anlegern oder auch von Analysten,
00:01:21: von Fonds, dass wir in den USA in eine Art Rezession reinlaufen werden und dass diese Rezession
00:01:29: dann natürlich im weiteren Sinne auch wirtschaftliche Auswirkungen haben wird, also auch auf uns
00:01:33: in Europa. Diese Rezession, muss man ganz klar sagen, ist bis jetzt zumindest in den USA
00:01:39: nicht gekommen, wenn man sogar mal auf die Echtzeitindikatoren schaut. Also wenn ihr
00:01:44: schon länger Fan von mir seid, dann wisst ihr, ich achte da gerne auf die FET of Atlanta
00:01:49: oder die FET von Atlanta und die hat eine Art Echtzeit-Wirtschaftsindikator ermittelt,
00:01:55: wo man Echtzeitprognosen erhält zum aktuellen BIP-Wachstum in den USA pro Quartal. Und
00:02:00: dieser Indikator steht aktuell bei einem annualisierten Wachstum von über 3 Prozent,
00:02:05: so wirklich einem starken Wachstum. Und da werden immer alle Wirtschaftsinformationen,
00:02:10: Wirtschaftsdaten, die so veröffentlicht werden, in Echtzeit verarbeitet. Und das führt dann
00:02:14: eben zu dieser Zahl. Und da können wir bisher überhaupt nicht ablesen, dass es irgendwie
00:02:18: schwieriges wirtschaftliches Fahrwasser am Horizont geben könnte. Und diese ganzen
00:02:23: Prognosen, dass die USA also in eine Art Rezession reinrutschen, die sind bisher nicht aufgegangen.
00:02:28: Auch wenn wir schauen mal auf die Unternehmen, wir haben jetzt aktuell die Quartalsmeldungen
00:02:31: in den USA oder die Berichtssaison besser gesagt. Da wird so im Durchschnitt der S&P
00:02:35: 500 Unternehmen erwartet, dass so fünf Prozent Anstieg im Gewinn kommen könnte. Es zeichnet
00:02:40: sich aber jetzt schon ab, dass wahrscheinlich um die 15 Prozent drin sind. Also ein wunderbares
00:02:45: Übertreffen dieser Analystenprognosen. Also auch das läuft positiv. Und natürlich nicht
00:02:50: zu vergessen, die FET hat endlich ihren Zinssenkungszyklus eingeleitet. Die EZB ist schon etwas
00:02:56: früher und senkt die Zinsen weiter. Also auch da ist Liquidität weiterhin im Markt. Und wo wir
00:03:02: schon beim Stichwort Liquidität sind, natürlich auch die Chinesen versuchen ihre angeschlagende
00:03:06: Wirtschaft, vor allem den angeschlagenen Immobilienmarkt, aber auch den Aktienmarkt zu stabilisieren.
00:03:10: Also auch da kommt Geld ins System rein. Also wirklich viele positive Faktoren, die in meinen
00:03:16: Augen kaschieren, dass es ein unterschwelliges Problem nach wie vor gibt. Und das ist die
00:03:21: Inflation. Wenn ihr jetzt sagt, na ja, die Inflation ist die nicht besiegt, weil die
00:03:28: Notenbanken ja die Zinsen senken, also ist das nicht ein ganz klares Signal, dass die
00:03:32: Inflation kein Thema mehr ist. Ja, oberflächlich betrachtet könnte man es so sagen. Also Philipp
00:03:39: Lane, Chef Volkswort der EZB macht sich ja schon fast wieder Sorgen, dass die Inflation
00:03:44: zu niedrig werden könnte. Auch Jerome Powell hat gesagt, die Inflation, das ist jetzt kein
00:03:48: Thema mehr, mehr oder weniger beendet. Man muss sich jetzt auf die Wirtschaft konzentrieren,
00:03:52: auf den Arbeitsmarkt. Also auf Notenbänke Ebene ist die Inflation derzeit überhaupt kein
00:03:57: Thema. Das bedeutet aber nicht in meinen Augen, dass man die Inflation ignorieren sollte. Denn
00:04:03: wenn ihr euch mal zurück erinnert, ich habe hier mal von mir einen Chart, den könnt ihr
00:04:06: jetzt nicht sehen, aber ich beschreibe Ihnen euch gerne, das ist so die Inflationsentwicklung
00:04:10: in der Eurozone. Und im Oktober 2020, da hatten wir hier den Hochpunkt bei über 10% gemessener
00:04:17: Inflation. Und danach ist die Inflation von diesem Hochpunkt wieder nach unten gegangen,
00:04:22: aktuell um die 2%. Damals war es so, dass die Inflation deutlich gestiegen ist. Unter
00:04:29: anderem natürlich auch, weil sich die Energiepreise verteuert haben. Aber auch weil die Notbanken
00:04:34: während Corona viel Geld ins Finanzsystem und auch im weiteren Sinn in die Wirtschaft
00:04:39: gepumpt haben. Und weil die Staaten auch durch fiskalpolitische Maßnahmen, also entsprechende
00:04:43: Stimulismus-Massennahmen ebenfalls versucht haben, den Konsum anzukurbeln. Und dieses
00:04:48: ganze Geld war dann irgendwann inflationstreibend. Dann kam natürlich noch der Energiepreis-Schock
00:04:52: dazu und die Inflation ist durch die Decke gegangen. Die Notenbanken damals, auch die
00:04:57: EZB, die Fettviele haben nicht rechtzeitig reagiert. Sie haben also zu lange das Ruder
00:05:02: nicht festgehalten, haben alles laufen lassen und das hat dann eben dazu geführt, dass
00:05:05: die Inflation zeitweise zweistellig war. Das heißt, es wurde zu spät reagiert. Jetzt
00:05:11: ist es so, dass die Notenbanken vor diesem zu spät reagieren Angst haben, nicht wollen,
00:05:17: dass ihre Wirtschaften massiv abrutschen und deswegen vorher schon wieder mit Zinssenkungen
00:05:22: die wirtschaftliche Erholung flankieren. Allerdings haben sie angefangen, die Zinsen zu senken,
00:05:28: bevor überhaupt ihre eigenen Inflationsziele erreicht wurden. Also es gibt ja unter Notenbänkern
00:05:33: immer dieses Ziel von 2% oder darunter, das wird ja angestrebt. Das wurde in den letzten
00:05:38: Jahren auch immer wieder wiederholt, dass genau dieses Inflationsziel gilt. Auch wenn es
00:05:42: zeitweise etwas abgewandelt wurde und man gesagt hat, naja, es gibt auch ein asymmetrisches
00:05:46: Inflationsziel, das heißt, wenn die Inflation lange niedrig war bei einem Prozent, kann
00:05:50: sie auch eine Zeit lang mal höher laufen. Davon war allerdings jetzt in den letzten Monaten
00:05:54: keine Rede mehr, sondern das 2%-Ziel wurde immer wieder betont. Trotzdem hat man allerdings,
00:05:59: das fand ich verwunderlich, bevor dieses Ziel erreicht wurde, begonnen die Zinsen zu senken.
00:06:04: Und das ist natürlich etwas, was zumindest jetzt gibt es den Notenbänkern recht, weil
00:06:09: die Inflationsraten weiter fallen, was aber noch zu einem Problem werden kann. Denn auch
00:06:15: wenn die offiziellen Inflationsraten aktuell zurückgehen, heißt das ja nicht, dass wirklich
00:06:21: die Inflation im Ganzen auch zurückgeht. Also dieser Warenkorb ist ja auch oftmals umstritten,
00:06:27: wie da Dinge gewichtet werden, berechnet werden. Also jeder von uns kann wahrscheinlich bestätigen,
00:06:32: dass wir in unserem Alltag keine Inflation derzeit von 2% oder weniger sehen. Also Dinge,
00:06:38: die ich im Supermarkt kaufe. Wenn ich irgendwas bestelle, alles ist deutlich teurer geworden.
00:06:43: Und in meinen Augen auch deutlich teurer als die gemessene Inflation, trotz teilweise
00:06:47: zweistelliger Raten im Oktober 2022. Also es ist deutlicher gestiegen. Das seht ihr auch
00:06:52: dass hier die Gewerkschaften weiterhin auch höhere Löhne fordern und sagen für unsere
00:06:57: Arbeiter ist das, was die an der Kasse bezahlen, viel mehr als vor ein oder zwei Jahren und
00:07:03: deswegen brauchen wir auch deutliche Gehaltsaufschläge und wir brauchen nicht 5% mehr oder 10 oder
00:07:07: 12 und wir wollen deutlich mehr.
00:07:09: Also allein in den USA die Hafenarbeiter, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, die
00:07:13: haben eine deutliche zweistellige Gehaltserhöhung bekommen, um einen großen Streik abzuwenden.
00:07:18: Also ihr seht schon, die Gewerkschaften, die sind hier nicht auf einem, ich sag's mal,
00:07:21: die Faxniveau unterwegs sind, die fordern deutliche Erhöhungen für ihre Angestellten ein.
00:07:25: Also da sieht man natürlich, dass die Leute, wenn sie die Dinge des alltäglichen Lebens
00:07:29: kaufen, deutlich mehr ausgeben, als das, was in diesem Warenkopf aktuell gemessen wird.
00:07:34: Und es gibt eine wunderbare Erhebung auch von der EZB und der Europäischen Kommission.
00:07:39: Das ist die sogenannte gefühlte Inflation.
00:07:41: Das heißt, es gibt die offizielle gemessene Inflation und die Gefühlte und die ist deutlich
00:07:46: höher.
00:07:47: Und das ist natürlich jetzt, sagen wir mal so empirisch, natürlich etwas umstritten,
00:07:52: weil es ist ja nur ein Gefühl.
00:07:54: Aber es zeigt mal die Stimmung, ob die Leute sagen, es ist deutlich teurer oder es ist
00:07:57: alles billiger oder es ist gar nicht so teuer.
00:07:59: Und das seht ihr auch selbst, wenn ihr diesen Höhepunkt mal von 10% Inflation in der Eurozone
00:08:04: hernimmt im Oktober 2022, weil die gefühlte Inflation bei 18%.
00:08:08: Und das würde ich schon fast sagen, kommt auch deutlich näher an die Lebensrealität
00:08:13: dran und nicht so ein Warenkopf, wo dann auch technologische Verbesserungen natürlich mit
00:08:16: entsprechend gewichtet werden.
00:08:18: Statistisch alles richtig, aber wie oft kauft ihr ein Laptop oder ein neues Handy?
00:08:22: Ihr kauft aber jeden Tag wahrscheinlich Lebensmittel ein.
00:08:24: Also von daher würde ich diese gefühlte Inflation, die ja dann auch wieder politische, weniger
00:08:30: politische Entscheidungen, aber Wahlentscheidungen des Wählers an der Urne beeinflussen.
00:08:33: Die halte ich schon für ein wichtiges Mittel und die ist aktuell, wenn ihr mal reinschaut,
00:08:38: nicht bei um die 2%, wie offiziell gemessen, sondern eher bei um die 12-13%.
00:08:43: Und das ist ein Wert, wo ich sage, ja, das kann ich auch aus meiner persönlichen Beobachtung
00:08:46: und aus meinem Alltag mit unterschreiben.
00:08:49: Also ihr seht schon, die Inflation, statistisch gesehen, ist sie zwar in Zaum, aber offiziell
00:08:55: oder sagen wir nicht offiziell, sondern die eher mitschwingende Inflation im Hintergrund,
00:08:59: die jeden Einzelnen von uns betrifft, die ist deutlich höher.
00:09:03: Und da kommen wir zu einem Problem natürlich für 2025, dass ich sage, und das habe ich
00:09:08: schon vor zwei Jahren begonnen, dass die Inflation in meinen Augen nicht so einfach besiegt werden
00:09:13: kann.
00:09:14: Die ist für mich wie ein Feuer, das jetzt offiziell sichtbar gelöscht ist, was aber weiterhin
00:09:21: ein Schwelbrand unter der Erde ist, der jederzeit ausbrechen kann.
00:09:25: Und wenn ihr auch mal wirklich aktuell auf die Entwicklungen schaut, also beispielsweise
00:09:29: der demografische Wandel, wenn ihr mal schaut Karl Lauterbach in Deutschland beispielsweise,
00:09:32: er hat jetzt jüngst erst verkündet, dass die Beiträge deutlich steigen werden, weil
00:09:36: unser System einfach überlastet ist.
00:09:38: Wir haben eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt, aber relativ ineffizient und mit
00:09:43: wirklich nicht mehr sonderlich guten Leistungen, wenn ihr da mal die Augen aufmacht oder mit
00:09:47: Leuten sprecht, die hier die Leistungen in Anspruch nehmen müssen.
00:09:50: Also da werdet besser nicht krankt.
00:09:52: Aber man muss wirklich sagen, das sind Kosten, die natürlich verursacht sind durch die Demografie.
00:09:57: Wir werden immer älter, die Gesellschaft wird immer älter und das produziert natürlich
00:10:01: auch deutlich mehr Kosten oder auch die Transformation in Richtung grüner Energieformen.
00:10:06: Dieser ganze Umbau, der wird unglaublich teuer werden, da wird noch unglaublich viel
00:10:09: investiert werden müssen und das ist natürlich alles auch entsprechend inflationstreibend.
00:10:15: Und dann haben wir natürlich auch noch Investitionen von Unternehmen, die beispielsweise das Reshoring
00:10:19: betreiben.
00:10:20: Also dass die Lieferketten teilweise wieder verkürzt werden, dass man irgendwo in der
00:10:23: Nähe produziert, schaut euch die USA an, schaut die Zollentwicklung, die da kommen könnte
00:10:28: an, also wenn Donald Trump ans Ruder kommt, dann will er, dass die Unternehmen in den
00:10:32: USA investieren und das werden sie auch tun, das wird aber wahrscheinlich Produkte dann
00:10:35: teilweise auch irgendwo verteuern.
00:10:36: Also überall gibt es aktuell Gefahren, dass die Inflation wieder zurück kommt.
00:10:41: Und dann haben wir ja noch das Phänomen, dass ja viel Geld im System ist.
00:10:45: Also das ganze Geld, was während Corona reingepumpt wurde durch die Notenbanken, das ist ja nicht
00:10:49: weg.
00:10:50: Es wurde teilweise wieder aufgewischt und aufgesogen, aber ein Großteil ist noch im
00:10:53: System und jetzt durch die Zinssenkungen wird noch mehr Geld im System gepumpt.
00:10:57: Was natürlich jetzt gerade, ich bleibe mal in Europa, den Sinn haben soll, dass dadurch
00:11:02: die Wirtschaft stimuliert wird.
00:11:04: Aber die Wirtschaft wird nur stimuliert, wenn die Bankenkredite vergeben können.
00:11:07: Wenn jetzt aber Unternehmen nicht investieren, weil sie sagen, na ja, die Energiekosten,
00:11:10: wir wissen nicht, wo geht das hin in Europa, kriegen wir überhaupt die Fachkräfte, die
00:11:14: wir hier benötigen.
00:11:15: Wie wird die politische Lage sich hier verändern?
00:11:17: Dann werden die Unternehmen keine Kredite abrufen und dann kann dieses Geld auch nicht investiert
00:11:21: werden.
00:11:22: Vielleicht werden es die Banken dann ins Ausland exportieren und dort entsprechend Kredite vergeben
00:11:26: oder investieren.
00:11:27: Also dieses Geld wird natürlich sich dann irgendwo ins System wieder reinfinden, aber
00:11:31: es muss nicht bedeuten, dass dieses Geld jetzt erstmal hier bei uns in Europa sehlen
00:11:34: Weg rein geht, vielleicht auch irgendwo anders im Ausland.
00:11:36: Der Fakt ist allerdings, dass dieses Geld auch dazu führen wird, dass die Inflation
00:11:40: steigen wird.
00:11:41: Und deswegen würde ich sagen, dass momentan oberflächlich alles gut aussieht und ihr kennt
00:11:48: mich.
00:11:49: Ich bin jetzt nicht jemand, der sagt, ich schütt euch Salz in die Suppe und nächstes
00:11:51: Jahr wird ganz schrecklich.
00:11:52: Also ich bin selbst voll investiert.
00:11:54: Ich freue mich natürlich über alles positive, was passiert, weil mein Depot auch momentan
00:11:58: aufgrund der Lage von einem Allzeit hoch zum nächsten steigt.
00:12:01: Aber wir müssen uns natürlich auch mit Szenarien auseinandersetzen, die negativer Weise die
00:12:05: Märkte beeinflussen können oder die Wirtschaft beeinflussen können.
00:12:08: Und da ist in meinen Augen eine ganz reale Gefahr, dass im nächsten Jahr die Inflation
00:12:12: wieder zurückkommt, dass dann die Notenbanken die Zinsen erhöhen müssen und dass das dann
00:12:18: eben zur Folge hat, dass wir an den Märkten eine Neubepreisung bekommen, dass die Wirtschaft
00:12:22: wieder leidet, gerade in Europa, wo wir eigentlich die Zinssenkungen dringend benötigen, gerade
00:12:26: in Deutschland, aber auch in anderen Ländern.
00:12:28: Und dass das eben dann die Rolle rückwärts wird und dann auch entsprechend sehr negative
00:12:32: Auswirkungen auf die Märkte haben wird.
00:12:34: Also behaltet das Szenario mal im Hinterkopf auf die Inflation zu achten, auch auf Inflationstreiber
00:12:39: zu achten, ob die sich verschlechtern oder eher nicht.
00:12:42: Ich bin ja weiterhin in dem Lager, dass ich sage, die 70er sind eine Art Blaupause.
00:12:47: Da hatten wir eine Inflation in verschiedenen Wellen, insgesamt drei, bis die Inflation
00:12:51: in den Griff bekommen wurde, am Ende nur durch eine Rostkur und starke Zinserhöhungen, weil
00:12:57: immer wenn die Inflation zurückging, die Zinsen sofort gesenkt wurden, weil man gesagt hat,
00:13:01: naja, die Inflation geht ja zurück, sie ist besiegt, also können wir die Zinsen senken,
00:13:05: die Wirtschaft wieder stimulieren und das war ein Fehler.
00:13:06: Und diesen Fehler sehe ich auch momentan.
00:13:09: Natürlich für die Wirtschaft ist es schlecht, wenn die Zinsen so lange oben bleiben, aber
00:13:12: insgesamt würde ich sagen, hatte sich die Wirtschaft in den USA auf jeden Fall in Europa
00:13:16: teilweise mit den Zinsen arrangiert.
00:13:19: Jetzt gibt man natürlich der Wirtschaft wieder eine gewisse Schubkraft, aber mit dem Risiko,
00:13:23: dass die Inflation wirklich wieder zurückkommen kann.
00:13:25: Und das ist für mich eben eines der größten, unterschätzten Risiken für 2025.
00:13:30: Und damit war es auch für diese Folge.
00:13:32: Darf ich mich von euch verabschieden?
00:13:34: Ich bin Sebastian Hell und ihr hört mich wieder in der nächsten Ausgabe.
00:13:36: Bis dann.
00:13:37: [Musik]
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